15. April 2019 |

we move – wir bewegen Wissenswertes zur Exzellenzstrategie der TU Braunschweig

Die Technische Universität Braunschweig bewirbt sich als Exzellenzuniversität. Am 2. und 3. Mai kommen dafür internationale Gutachterinnen und Gutachter an die Carolo-Wilhelmina. Wie läuft die Begutachtung ab, was bringt die Bewerbung und was bedeutet unser Motto? Fragen und Antworten zur Exzellenzstrategie.

Bildnachweis: TU Braunschweig

Was ist eigentlich die Exzellenzstrategie?

Mit der Exzellenzstrategie wollen Bund und Länder Universitäten dauerhaft stärken. Sie wollen wissenschaftliche Spitzenleistungen, Profilbildungen und Kooperationen im Wissenschaftssystem nachhaltig fördern. Das Programm wird gemeinsam von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Wissenschaftsrat (WR) durchgeführt. Es umfasst zwei Förderlinien:
Exzellenzcluster zur projektbezogenen Förderung international wettbewerbsfähiger Forschungsfelder an Universitäten und Universitätsverbünden und

Exzellenzuniversitäten zur dauerhaften Stärkung der Universitäten als Institution. 11 erfolgreiche Universitäten erhalten dazu sieben Jahre lang etwa 10 Millionen Euro jährlich. Die Mittel sollen genutzt werden, um ihre internationale Spitzenstellung in der Forschung auszubauen. Basis und Voraussetzung für eine Antragsstellung sind zwei Exzellenzcluster.

Weshalb konnte sich die TU Braunschweig für die Exzellenzstrategie bewerben?

  • Die TU Braunschweig hat mit „SE²A – Sustainable and Energy Efficient Aviation“, das sich mit der Erforschung energieeffizienter und lärmarmer Luftfahrt beschäftigt und „QuantumFrontiers“, zum Thema Quanten- und Nanomesstechnik (gemeinsam mit der Leibniz Universität Hannover) zwei Exzellenzcluster Damit sind wir als eine von 19 Universitäten in Deutschland antragsberechtigt. Die beiden Forschungsprojekte „QuantumFrontiers“ und „SE²A“ werden ab 2019 für sieben Jahre gefördert.

Ab wann, wie lange und mit welcher Fördersumme würde die TU Braunschweig als Exzellenzuniversität gefördert?

Ab dem 1. November 2019 für insgesamt sieben Jahre. Insgesamt hat die TU Braunschweig Mittel in Höhe von 75 Millionen Euro beantragt.

Was hat das mit mir zu tun?

Für die erfolgreichen Universitäten bedeutet die Exzellenzstrategie mehr finanzielle Möglichkeiten, um ihre Profilbereiche zu stärken. Damit können sie sich im Wettbewerb um die besten Köpfe, wichtige Projekte und weitere Fördermittel besser positionieren – auch für die Zukunft nach der Förderung. Die Mittel, die sie für solche Aufgaben ohnehin aufbringen würden, stehen bei Erfolg für andere Aufgaben zur Verfügung.

Die zusätzlichen Mittel ermöglichen im Erfolgsfall neuen Spielraum für Ideen und ihre Umsetzung. Studierende und Nachwuchskräfte können in hoch aktuellen Forschungsprojekten mitwirken. Der Titel bringt neben zusätzlichen Mitteln auch Prestige. Für Absolventinnen und Absolventen ist das ebenso ein Vorteil wie für Nachwuchs- und Führungskräfte auf der Suche nach neuen beruflichen Herausforderungen.

Wer begutachtet die TU Braunschweig?

25 internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden am 2. und 3. Mai bei der Begehung vor Ort sein. Anschließend entscheidet ein Expertengremium, bestehend aus 39 in der Forschung auf verschiedenen Wissenschaftsgebieten ausgewiesenen Personen, die das gesamte Spektrum der Disziplinen repräsentieren, und über langjährige Erfahrungen im Ausland, im Hochschulmanagement, in der Lehre oder in der Wirtschaft verfügt.

Wie läuft eine solche Begutachtung ab?

Die Begutachtung folgt einem standardisierten Ablaufplan. Es sind Präsentationen, Touren zu verschiedenen Forschungszentren sowie Interviews vorgesehen.

Rund 140 TU-Angehörige werden in verschiedenen Gruppen mit den Gutachterinnen und Gutachtern auf Englisch ins Gespräch kommen. Neben der Hochschulleitung und dem Senat gehören dazu Dekaninnen und Dekane, Professorinnen und Professoren, wissenschaftliche Nachwuchskräfte sowie Vertreterinnen und Vertreter der Studierendenschaft, Mitglieder der Gremien, des Personalrats,  der Verwaltung und der zentralen Einrichtungen. Interviewt werden aber auch Vertreterinnen und Vertreter unserer Kooperationspartner sowie der Oberbürgermeister.

Wie können TU-Angehörige dabei sein?

Am 2. Mai wird der gesamte Universitätsplatz zum „Campus in Motion“. Am ersten Tag der Begutachtung feiert die gesamte Universität im Zeichen von „we move“. In den sechs Themeninseln Sport, Kultur, Forschung, Innovation, Nachhaltigkeit und Gesellschaft zeigen Studierende sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der TU Braunschweig ab 11 Uhr, was sie bewegen und was sie bewegt. Sie bieten spannende Aktionen mit Experimenten, künstlerischen Darbietungen und sportlichen Herausforderungen. Um 17 Uhr enden die Aktionen. Denn dann ist Zeit für die Abschlussparty! Bis 22 Uhr wird gemeinsam gefeiert, gegessen und getanzt.

Bei der Auftaktveranstaltung am 2. Mai können Sie live mitfiebern. 400 Plätze im Tentomax sind für Beschäftigte der TU Braunschweig reserviert. Die Tickets werden über die Geschäftsstellen der Fakultäten und die Geschäftsbereiche ausgegeben.

Welche Universitäten sind noch mit im Rennen?

Insgesamt bewerben sich 17 Universitäten und zwei Verbünde. Neben der TU Braunschweig sind es diese: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, Ruhr-Universität Bochum, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Technische Universität Dresden, Albert-Ludwig-Universität Freiburg, Universität Hamburg, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Universität zu Köln, Universität Konstanz, Ludwig-Maximilians-Universität München, Technische Universität München, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Universität Stuttgart und Eberhard Karls Universität Tübingen. Die Verbünde sind zum einen die drei Berliner Universitäten –  Freie Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Technische Universität Berlin – sowie die Universitäten in Hannover – Leibniz Universität Hannover, Medizinische Hochschule Hannover. Vorgesehen ist, dass maximal elf Universitäten gefördert werden.

Wann fällt die Entscheidung?

Am 19. Juli 2019 wird die Förderentscheidung der Exzellenzkommission bekannt gegeben. Der Kommission gehören das Gutachtergremium und die Wissenschaftsministerinnen und -minister der Länder und des Bundes an.

Wir bewerben uns mit dem Motto „we move – limits in science, in minds, in structures“. Was bedeutet das?

Jede und jeder von uns bewegt etwas – dafür steht unser Motto. Bewegung, damit Forschung, Lehre und Transfer in Gesellschaft und Wirtschaft exzellent funktionieren. Es geht darum, Grenzen in der Wissenschaft zu verschieben und neues Wissen zu schaffen.

Wie komme ich an den Antragstext?

Der Antrag wurde an Institute und Einrichtungen verteilt und kann dort gelesen werden.

Was passiert, wenn wir mit unserer Bewerbung nicht erfolgreich sind?

Wir haben schon jetzt gewonnen! Die TU Braunschweig hat nicht nur zwei Cluster erfolgreich eingeworben. Mit der Bewerbung um den Titel Exzellenzuniversität haben wir uns auf unsere eigenen Stärken besonnen und wissen, an welchen Punkten wir weiter arbeiten wollen.

Unser Antrag beruht auf unseren Zielen und Werten und führt die Strategie der letzten 15 Jahre konsequent fort. Wir haben gemeinsam Ideen für die Zukunft weiterentwickelt, die auch über das Programm von Bund und Ländern tragen werden – unsere eigene Exzellenzstrategie. Sie ist noch längst nicht abgeschlossen, sondern soll für jeden Bereich weiterentwickelt werden: Forschung, Studium und Lehre, Transfer, Zentrale Einrichtungen und die Verwaltung. Das Motto „we move“ soll uns auch in die 275-Jahr-Feier der TU Braunschweig im Jahr 2020 tragen.

We move… limits in science, in minds, in structures – in any case!